Dschungeltrip in Indonesien – Von Affen und Elefanten

DSC00076.JPGEs ist zwar schon etwas her, aber man kommt ja zu nichts. Das Osterwochende hatte ich einfach mal in einer anderen Welt verbracht. In Hongkong lebe ich vielleicht in einer anderen Kultur als in Deutschland, aber in Indonesien war es wirklich eine andere Welt.

Mittwoch ging es los mit gepacktem Rucksack zur Arbeit und nach Feierabend direkt zum Flughafen. Hier traf ich dann die 4 Franzosen, mit denen ich nach Sumatra/Indonesien fliegen wollte. Gegen 12 Uhr landete unser Flieger in Medan. Nachdem wir hier endlich unser Visa ausgestellt bekamen und durch die Passkontrolle waren, wartete schon der vorbestellte Busfahrer auf uns: Yet No. Yet No sollte uns dann während des gesamten Wochenendes überall hin begleiten und sich um unser Wohlbefinden kümmern. Ein absolut netter und witziger Zeitgenosse.

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Früh am morgen gegen 4 kamen wir schliesslich in dem Dschungel-Dorf Bukit Lawang an und bezogen gleich unsere Hütten. Wo wir da eigentlich gelandet waren konnte ich erst richtig am nächsten Morgen bewundern: Ich öffnete meine Balkontür und wurde von einem wunderschönen Panoram von Dschungel und Fluss begrüsst. Da mein Wecker leider eine Stunde zu früh geklingelt hatte, machte ich es mir noch ein wenig in der Hängematte auf meinem Balkon gemütlich und genoss die Aussicht.

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IMAG0225.jpgIMAG0224.jpgIMG_6847.JPGDie Hütten des Dorfes waren komplett aus Holz am steilen Hang gebaut. Sehr einfach aber sehr hübsch und mit liebe zum Detail gezimmert. Jede Hütte hatte ein eigenes “Badezimmer”. Das Badzimmer bestand aus einer kalten Dusche und einer Toilette ohne Spülung. Aus dem Wasserhahn musste man dann mit einem kleinen Eimer das Wasser in die Toilette schaufeln um zu spülen. Ausserdem war jedes Bad richtig grün bepflanzt und nach oben hin offen. Also ein richtiges open-air-jungle-Bad. Website automated tested by FRET

IMG_6904.JPGIMG_6906.JPGIMG_6919.JPGNach einem leckeren Frühstück mit Omlett und frisch gepresstem Obstsaft brachen wir dann endlich auf in den Dschungel. Von den knapp drei Tagen im Dschungel könnte ich mindestens 10 Posts befüllen, daher werde ich jetzt mal nur das Wichtigste zusammenfassen. Es waren super erlebnisreiche, anstrengende und schöne drei Tage und zwei Nächte. Drei verschiedene Affen-Arten sind immer wieder vor unseren Augen und über unseren Köpfen herumgeklettert. Drei Mal haben wir auch die seltenen Orangutans in der Wildniss beobachten dürfen. Immer war es sogar eine Mutter mit ihrem Schützling. Ein tolles Gefühl diese Tiere nur wenige Meter von einem entfernt in freier Wildbahn erleben zu können. Natürlich war noch einiges anderes getier unterwegs, was man nicht alle Tag sieht: Verschiedenste Vögel, riiiiesige Armeisen, Schildkröten, Varane, exotische riesige Käfer und Schmetterlinge…

IMG_6923.JPGTagsüber maschierten wir mit unseren zwei Guides klitschnass durch den Dschungel bergauf und bergab. Mittags wurden wir mit einfachem aber leckerem Essen in grossen Blättern als Teller verköstigt. Mal gab es Reispfanne, mal Bratnudeln und als Nachtisch frische Annanas. Zwischendurch legten wir auch immer wieder Pausen ein und wurden mit verschiedenen saftigen Früchten verwöhnt.

Beide nächte Schlugen wir unser Lager direkt an einem Bach auf. Ich bin direkt mit den Klamotten ins Wasser gesprungen, weil es nach den heissen Tagen im Dschungel einfach das tollste Gefühl überhaupt ist. Wir verbrachten insgesamt sehr viel Zeit damit morgens, abends und zwischen durch in irgendwelche Bäche zu springen, uns von Wasserfällen den Rücken massieren zu lassen oder von irgenwelchen Felsen in die Wildwasserflüsse zu springen. Man musste an einigen Stellen dann nur sehen, dass man schnell wieder zum Ufer kam. Unsere Zelte waren mehr offene Unterstände aus Planen, unter denen wir auf dünnen Isomatten schliefen. (Man spürte im Prinzip jeden kleinen Stein im Rücken.)

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Gekocht wurde immer im Wok über dem Lagerfeür. Aber wie!! Vom Bananenpfannkuchen zum Frühstück bis zum getosteten Sandwich wurde alles im Wok zubereitet. Wirklich klasse so ein Ding!

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DSC00129.JPGIMG_6969.JPGIMG_7066.JPGNach der zweiten Nacht im Dschungel ging es auf einem selbst-gebauten Rafting-Floss den Wildwasserfluss zurück zum Dorf. Das Boot waren einfach 5 zusammengebundene Autoreifen. Ich fragte den einen Guide vor der Abfahrt, wie denn der Rest der Leute und das Gepäck zurück kommen würde. “On the raft.” War die Antwort. Es daürte eine ganze Weile, bis ich merkte, dass er es ernst meinte: 10 ausgewachsene Menschen, Zelte, Kochutensilien, Rücksäcke, Schlafsäcke… Alles auf 5 Ringe gezurrt durch Felsen, Stromschnellen, Strudel und co… einzige Hilfsmittel waren zwei Äste, die der eine Guide am Bug und der ander Gudie (ca. 15 Jahre alt) am Heck hatten um uns vom Kentern abzuhalten. Zum Glück waren die Rucksäkce gut in Wasserdichten Säcken verstaut. Ein grossartige Fahrt!

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Nach unserer Ankunft im Dorf ging es auch schon bald im Jeep zu unserer nächsten Station. Jeder Versuch den schlechten Zustand der Strasse nach Tankahan zu beschreiben wäre vergebens. Jede mit Schlaglöchern übersehte Schotterstrasse in Dänemark, die ich zuvor gesehen habe, war eine Autobahn gegen die Strasse, auf welcher wir uns im Schrittempo jeden Meter erkämpften. Die Einheimischen fuhren die selbe Strasse mit ganzen Familien auf ihren Mofas.

IMG_7096.JPGIMG_7071.JPGDSC00197.JPG

IMG_7098.JPGIMG_7137.JPGTankahan hätte ebenso wie Bukit Lawang ein von Walt Disney erfundenes Dorf im Dschungelbuch sein können. Auf einem Floss mussten wir einen breiten Strom überqüren und dann eine Steile Treppe hinauf um zu den am Hang über dem Fluss gelegenen Hütten zu gelangen. Unsere hütten waren natürlich wieder so gelegen, dass man am Morgen die Tür aufwachte und einen herrlichen Blick auf den Fluss und den Urwald hatte. Anders als in Bukit Lawang war es diesmal allerdings kein klarer Wildwasserfluss sondern ein breiter grüner Strom.

IMG_1857.JPGIMG_1835.JPGHier hatten wir nun zwei weitere unvergessliche Tage: Wider baden unter Wasserfällen, Wellness in einer heissen Qülle, von Felsen springen… am Sonntag waren auch sehr viele Einheimische hierraus zum Baden in den Flüssen und Wasserfällen gekommen. Man merkte sehr deutlich, dass wir als weisse Europär schon etwas extrem exotisches hier im Dschungel waren.

DSC00321.JPGDSC00340.JPGAm Sonntag Nachmittag folgte dann ein weiterer Höhpunkt. Wir warteten unterhalb unserer Hütten am Fluss. Und dann kamen die Elefanten! Majestetisch zogen sie um die noch weit entfernte Flussbiegung in unser Blickfeld. Als sie uns schliesslich erreicht hatten durften wir aufsteigen und von nun an ging es auf den Rücken der Elefanten durch den Dschungel. Steile Hänge, Flüsse, Bäume, tiefer Schlamm: Nichts konnte diese kräftigen Tiere aufhalten. Auf das Komando der Führer, räumten sie kleine Bäume aus dem Weg oder was auch immer der Karavane hinderlich und gefährlich werden könnte.

DSC00347.JPGAls wir am Ende noch einen breiten Fluss überqürten bekamen wir noch zu spüren, dass die Elefanten auch auf Komando jemandem eine Dusche verpassen konnten, was allerdings eine sehr willkommene Erfrischung war.

IMAG0235.jpgNachdem wir noch beim Abschruppen der Tiere geholfen hatten ging es in Autoreifen, diesmal allerdings einzeln, weil die Stromschnellen nicht so stark waren, wieder zurück zum Dorf. Unseren letzten Abend verbrachten wir wieder, wie schon den Abend zuvor mit den Einheimischen in einem kleinen urigen Restaurant im Dorf. Sie spielten Gitarre und sangen und hatten scheinbar einen grossen Spass daran uns zu unterhalten.

Am Montag morgen ging es leider schon wieder zurück. Während wir 4 Stunden durch Palmenplantagen und Dörfer zum Flughafen fuhren, wurde uns noch einmal deutlich, dass wir dort wirkllich in einer anderen Welt waren. Alles wirkte, wie aus einer anderen Zeit. Zwischen den Schotterstrassen, einfachen Holzhütten und Mofas konnte man sich kaum vorstellen, dass anderswo auf der Welt etwas wie eine Wallstreet oder eine Aida exitierten.

Transformes in the office

SDC11316.JPGEigentlich ist es schon einige Wochen her, aber auf jeden Fall ein Blogpost wert: Das alljährliche Annual-Dinner.

Jedes Jahr am Ende des Geschäftsjahres veranstalten die meisten Hongkonger Unternehmen ein grosses Annual-Dinner. Neben dem leckeren Essen gibt es immer ein Thema des Abends. Dieses Jahr war das Thema Cartoons. Es werden dann die besten Team-Kostüme, die besten Einzelkostüme und die besten Auftritte der Teams bewertet.

Besonders die Merchandise-Abteilungen waren mit einer Leidenschaft und einem Ehrgeiz dabei, der seinesgleichen sucht. Schon Wochen davor wurde damit begonnen, Kostüme zu schneidern und Tänze einzuüben. Dass das zu einem grossen Teil während der Arbeitszeit passierte schien auch komplett normal zu sein.

SDC11345.JPGSDC11333.JPGSDC11323.JPGDas ganze fand in einem sehr luxuriösen Ambiente im Mira-Hotel statt. Zur Eröffnung gab es Cocktails und es wurden tausende an Fotos von den Kostümen geschossen. Dann begann das Dinner ein paar Stockwerke höher. Der ganze Sal inklusive der musikalischen Untermahlung (Daürschleife von Itchy & Scratchy von den Simpsons) vermittelte das Gefühl man war in Disney World. Zwischen jedem Gang beim Essen gab es dann entweder neü Auftritte oder Siegerehrungen der Kostüme oder später dann die Team-Wettkämpfe der verschiedenen Tische. Eine echt witzige Veranstaltung. Das absolute Highlight war das Transformer-Kostüm eines Kollegen, der im gehen aussah wie ein Transformer und sich nur auf den Boden hocken brauchte und schon ein cooles gelbes Auto war. Gab mächtig Applaus! Sonst gab es noch verschiedenste japanische Cartoons, Schneewittchen mit ihren Zwergen ein paar mal, Allice im Wunderland mit allen Charakteren ein paar mal und auch Das Grosse Krabbeln gleich zwei mal. Ales wirklich super Kostüme. Nur das Team in welchem ich gerade arbeite war da nicht so enthusiastisch. Ausser meinem Chef hatte niemand ein Kostüm. Ich habe mir noch einen Findet-Nemo-Hut aufgesetzt, womit ich von dem Rest dann noch am meisten verkleidet war… na ja, erfüllt wohl irgendwie das IT-Clichee, aber was solls.

SDC11334.JPGSDC11322.JPGSDC11314.JPGSDC11317.JPGSDC11318.JPGSDC11293.JPGSDC11287.JPGSDC11289.JPGSDC11285.JPG

Das Las Vegas Asiens: Macau

IMAG0108.jpgIMAG0116.jpgDieses Wochenende gab es zur Abwechslung mal einen Tagesausflug in die nächste Sonderverwaltungszone neben Hongkong: Macau. Die ehemalige portugiesische Kolonie ist auch bekannt als das Las Vegas Asiens.

Mit der Katamaran-Fähre sind wir morgen innerhalb von einer Stunde von Hongkong nach Macau gedonnert. Den ganzen Tag über sind wir durch die Stadt gezogen und haben unsere eigene Sightseeing-Tour gemacht. Bei tollem Wetter gab es ein entspanntes Lunch im Park und später in einem sehr westlichen Cafe noch einmal eine Kaffe.

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Macau ist wirklich eine sehr schöne saubere Stadt mit vielen kleinen grünen Oasen und schicken Hausern, allerdings auch teilweise mit sehr starken Arm-Reich Kontrasten. Man konnte extrem gut sehen, wann man in einem eher portugiesischen Viertel spazierte und wann in einem eher chinesischen. Die Bauart der Hauser, ja sogar der Gehwege ist für jedes der beiden Länder einfach unverkennbar. Ein Gehweg mit Mosaiken von Walfischen und alten Segelbooten war in den chineischen Gassen zum Beispiel nicht zu finden. :-) Ansonsten sind wohl noch die ca 1. Mio Roller-Fahrer überall ein typisches Merkmal von Macau.

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Die zwei Higlights kamen aber eigentlich erst am Abend: Kurz bevor die Sonne unterging erreichten wir den Macau-Tower. Hier beobachteten wir den Sonnenuntergang und konnten die Metamorphose zum Las Vegas Asiens perfekt beobachten. Je dunkler der Himmel wurde, desto leuchtender und bunter wurde die Stadt unter uns. Nun sah man, wo die Stadt den Namen her hatte. Um das ganze zu toppen, gönnten wir uns noch den “Skywalk”. Auf einem dünnen Steg konnten man aussen rund um den Turm spazieren und das Panorama ohne Glassscheibe oder Gitter vor den Augen geniessen. Eine klasse Sache.

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IMAG0140.jpgDie restliche Zeit verbrachten wir dann im Casion vom Venetian Hotel Resort. Eines der vielen Grossen Casinos. Eine witzige Erfahrung, wenn wir uns auch kaum als wirklicher Teil der Gesellschaft fühlten: Beim Black Jack z.B. lag der Mindesteinsatz beim billigsten Tisch schon bei 30EUR. Ich spielte ein Wenig Roulette, stieg mit 50 EUR ein und kam mit 110EUR raus, insofern für einen Studenten doch ein ganz erfolgreicher Abend…

Gegen halb 5 lag ich dann auch irgendwann in Hong Kong wieder in meinem Bett… ich muss aber drigend nochmal nach Macau zurück: Der höchste Bungee Sprung der Welt vom Macau Tower ist ein Traum, den ich mir hoffentlich irgendwann nochmal erfüllen kann!

Update: “Schwanger oder Bierbauch?”

Heute gibt es mal einen absoluten Kurz-Post! Und zwar ein kleines Update zum besagten Post:

Ich habe endlich einen Sport gefunden! Nachdem nun schon über die Hälfte der Zeit rum ist, hat es auch lange genug gedauert, aber besser spät als nie. Und zwar hab ich es meinem Arbeitskollegen zu verdanken. Auf Facebook habe ich ihn im Trikot gesehen und mal nachgefragt, ob er Fußball spielt. Aber nix Fußball: Rugby! Er fragt mich, ob ich mal mit zum Training will, was ich dann gestern auch gleich gemacht habe und schon habe ich meinen neuen Traumsport gefunden. Vielleicht sollte ich das in Hamburg auch weiter machen… macht super viel Spaß! Nur Spiele werde ich in den verbleibenden 1,5 Monaten nicht mehr mitmachen können, da gerade Sommerpause ist. (Sonst wäre ich natürlich gleich in der Startaufstellung gewesen, daran zweifelt hoffentlich keiner!) Also, thx Herman!

Erdbeben in Hongkong!

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Der Ort des Geschehens...

Ich sitze im 22 Stock im Büro tippe wie gewöhnlich auf meiner Tastatur herum und plötzlich spüre ich, wie die Erde bebt. Nicht stark, aber doch eindeutig. Erst dachte ich, ich spinne. Hab vorsichtshalber mal auf meine Wasserflasche geschaut und tatsächlich: Es war ganz eindeutig zu sehen. Die Erde vibrierte. Ich fragte meine Kollegin, ob sie es auch merkte. Sie lachte und brachte die ganz unspektakuläre Auflösung: Nebenan wird ein neüs Hochhaus gebaut und die Metallpfeiler werden in den Boden gerammt. Na ja, immerhin spürt man das bis in den 22 Stock…

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Eingangsbereich

Ansonsten verläuft mein Arbeitstag eher unspektakulär. Um 9 stehe ich in der Schlange am Fahrstuhl. Im Fahrstuhl habe ich kurz Zeit mich darüber zu amüsieren, wie die Chinesen in jedem Stockwerk hektisch 100 Mal die Tür-Zu-Taste drücken.

Ich selber arbeit in einem ganz normalen Grossraumbüro, wie auch in Deutschland. Einziger optischer Unterschied: Weniger Pflanzen als bei OTTO in Hamburg und die Kollegen sehen etwas asiatischer aus. Es ist aber auch meistens sehr viel ruhiger. Jeder arbeitet still vor sich hin und einen Klön-Schnack gibt es sehr sehr selten. Am witzigsten finde ich, dass selbst meine Kollegin, die direkt neben mir sitzt, fast nur via Email mit mir kommuniziert. Teilweise mache ich das jetzt auch schon, auch wenn ich mir extrem witzig dabei vorkomme.

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Ein Blick nach Hamburg aus Hongkong

Echt cool ist die Tea-Lady. Kommt zwei Mal am Tag rum und schenkt Tee nach, wenn man möchte. Das ist mal ein Service!

Meine Arbeit ist recht interessant: Prozessanalyse und Prozessoptimierung des IT-Einkaufs. Auf gut Deutsch: Ich gucke mir an, wie es gemacht wird, was die Vorgaben sind und wie man es besser machen könnte. Suche dafür die passenden Tools und jenachdem, wie schnell ich bin kümmere ich mich am Ende noch um einen Proof Of Concept-Implementation. Nebenbei arbeite ich noch mit im Tagesgeschäft. Zur Zeit muss alles nötige vom BlackBerry bis zum Server beschafft werden um ein neüs Büro in Indonesien zu eröffnen. (Ist nur Zufall, dass ich gerade dort auch über Ostern in Urlaub fahre :-) )

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Chef und Kollegin

Über meine Mittagspause hatte ich ja schon geschrieben. Viele hier von den asiatischen Kollegen bestellen sich aber immer von einem der vielen Restraurants und essen einfach für sich alleine vor dem Computer oder in der kleinen Kantine mit anderen Kollegen. Gemeinsames Mittagessen gibt es natürlich auch, aber ist lange nicht so verbreitet, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin. Nur jeden Freitag ist Team-Lunch. Meistens ist das auch das beste Lunch meiner Woche, weil die einheimischen Kollegen einfach am besten wissen, was hier gut ist. Oha, dies mal ist es wieder etwas viel Text geworden… na ja, wer bis hier gelesen hat, war fleissig und kann sich auf die Schulter klopfen!

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Das Büro

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Küche

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Empfangsbereich

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"Betriebsgelände"

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"Betriebsgelände 2"

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Rezeption

Ein ganz normaler Tag in Hong Kong

Aussicht aus dem Büro

Aussicht aus dem Büro

Ich wurde letztens in einer Mail von einem gewissen Trinker gefragt, wie eigentlich so ein ganz typischer Tag hier in Hong Kong bei mir aussieht. Da hab ich mir gedacht, dass das doch auf jeden Fall mal wieder einen Blogpost wert ist.

Um 7.30 Uhr klingelt der Wecker. Um diese Zeit kommen dann meine Mitbewohner und ich alle nacheinander irgendwie aus den Türgen gekrochen. Wenn es sich um einen Donnerstagmorgen handelt, dann meistens eher ungesprächig und etwas langsamer als sonst, da jeden Mittwoch in den Bars um die Ecke Ladies Night ist. Das heisst Fraün kommen überall umsonst rein und können for free soviel trinken wie sie wollen, während wir Herren der Schöpfung Eintritt und 5-8 Euro pro Bier zahlen müssen. Da komm mir nochmal jemand mit Gleichberechtigung.

Frühstück mit Tagesschau

Frühstück mit Tagesschau

Mein Hongkong-Bus zur Arbeit

Mein Bus zur Arbeit

Mein Weg zur Arbeit in Hongkong

Mein Weg zur Arbeit

Na ja, dann wird in unserem kleinen Wohnzimmer gefrühstückt und zwar meistens Müsli und Obst. Währenddessen läuft auf einem Laptop die deutsche 20-Uhr-Tagesschau vom Vortag. Ich habe den weitesten Arbeitsweg, muss eigentlich so 8.15 los…meistens wird es aber später und an Donnerstagen halt am spätesten.

Mein Weg zur Arbeit als Fotostrecke:

IMAG0597.jpgIMAG0602.jpgIMAG0601.jpgIMAG0605.jpgIMAG0607.jpgIMAG0608.jpgIMAG0608.jpgIMAG0609.jpgIMAG0612.jpgIMAG0610.jpgIMAG0615.jpgAnstehen bei den Fahrstühlen

Ca. 10 Minuten Fussweg zum Bus. Im Doppeldecker-Bus (ich sitze immer oben erste Reihe) geniesse ich dann noch kurz die Aussicht über den Hafen, bevor es durch den Tunnel von Hong Kong Island aufs Festland geht. Meine Arbeitszeit beginnt um 9 und endet um 18 Uhr. Von 12.45 Uhr bis 2 Uhr haben wir dann Mittagspause, in welcher ich meistens mit den anderen deutschen (Ex-)Trainees in einem der vielen Restaurants hier in der nähe esse. Wenn das Wetter schön ist, dann nehmen wir uns auch gerne mal ein paar Dumplings mit in einen der nahegelegenen kleinen Parks.

Hongkong Park mit Blick auf Hafen

Lunch im Park mit Blick auf den Hafen

Im Gegensatz zu den meisten anderen Abteilungen lässt bei mir keiner punkt 18 Uhr den Griffel fallen, wesshalb ich dann meistens erst so 18.45 im Bus sitze. Auf dem Weg nach hause vielleicht noch mal kurz im Supermarkt vorbeischaün und dann ist auch schon wieder Zeit zum Abendessen. Das Abendprogramm war dann bisher glaube ich noch an keinem Tag so wie an einem anderen. Mal gab es japanisches Hot Pot-Essen, mal sind mein Mitbewohner und ich uns im nahen Victoria Park auf dem Jogging-Fittness-Parcour uns austoben gegangen, dann wieder gibt es Sushi-All-You-Can-Eat, eine erfolglose Suche nach einem Rugby-Team oder das ein oder andere Mal landete man dann doch auch wieder im Typhoon, einer bei der westlichen Bevölkerung sehr beliebten Bar in unserem Viertel Wan Chai. Nur der Mittwochabend sieht wie oben beschrieben immer ziemlich ähnlich aus…

Aussicht aus dem Büro von Hermes Otto International

Aussicht aus dem Büro von Hermes Otto International

Der schon genannte Herr Trinker, fragte auch noch nach meinem Arbeitstag, aber das kommt dann beim nächsten Mal.

Hongkong Cars

Hongkong CarsAutos in Hongkong. Das ist wirklich eine Sache für sich. Da hört man immer, dass Asiaten gerne mal zum Autobahn-Urlaub nach Deutschland fahren, aber die richtigen Autos für eine solche Raser-Safari würde es hier in Hongkong viel eher bzw. in einer viel höheren Dichte geben.

Wieviele Lamborghinis ich hier in den 2 ½ Wochen zu sehen bekam, habe ich mittlerweile aufgehört zu zählen. Einer steht regelmässige vor meiner Bürotür. Vor meiner Wohnungstür stehen jeden Tag nicht minder teure aber immer andere starke Karossen. Hongkong Cars PorschePorsche, Ferrari und allerlei andere Sport- und Nobelkarossen. Liegt unter anderem daran, dass hier zwei Häuser weiter so eine Autowäscherei ist. Die Bilder für diesen Blogpost habe ich an einem Tag nur direkt vor meiner Wohnung und der Arbeit geschossen… witzig ist nur, dass es nirgendwo eine Möglichkeit gibt die Autos auch nur ansatzweise auf Touren zu bringen. Aber immerhin als Statussymbol können sie dienen und für grosse Häuser ist ja nun einmal kein Platz in Hongkong.

Hongkong Cars AudiHongkong Cars FerrariHongkong Cars 2Hongkong Cars 3

Tai O – Slum auf Stelzen

Am letzten Sonntag sind wir in ein Dorf gefahren, dass so gar nicht zu Hongkong passt. Während wir hier von riesigen Wolkenkratzern umgeben sind, standen dort die Häuser auf Pfählen im Wasser und sahen doch recht ärmlich aus.

Auf einer Bootstour für umgerechnet 2€ wollten wir eigentlich die Lila-Delfine sehen, aber die blieben aus. Dafür konnten wir umso mehr exotische Meeresfrüchte in den Gassen finden. Ein paar probierten wir auch… ich sag mal: Interessant.

Aber bekanntlich sagt ein Bild ja mehr als tausend Worte:

Busfahrt nach Tai O

Busfahrt nach Tai O

Bootsfahrt in Tai O - 1

Bootsfahrt in Tai O - 1

Bootsfahrt in Tai O - 2

Bootsfahrt in Tai O - 2

Bootsfahrt in Tai O - 3

Bootsfahrt in Tai O - 3

Bootsfahrt in Tai O - 4

Bootsfahrt in Tai O - 4

Bootsfahrt in Tai O - 5

Bootsfahrt in Tai O - 5

Bootsfahrt in Tai O - Auf der Suche nach Lila Delfinen

Bootsfahrt in Tai O - Auf der Suche nach Lila Delfinen

Spaziergang durch Tai O

Spaziergang durch Tai O

Mein Mitbewohner vor der Tai O Villa

Mein Mitbewohner vor der Tai O Villa

Einer von vielen Miniatur-Tempeln

Einer von vielen Miniatur-Tempeln

Exotische Meeresfrüchte in Tai O

Exotische Meeresfrüchte in Tai O

Rochen-Leder

Rochen-Leder

Spaziergang durch Tai O - 2

Spaziergang durch Tai O - 2

"Beach"-Time in Tai O

"Beach"-Time in Tai O

“Schwanger oder Bierbauch?”

Fitnessstuido in Hongkong

Fitnessstuido in Hongkong

Werde ich mir diese Frage in drei Monaten anhören müssen?

Wenn ich zwei Tage keinen Sport gemacht habe, bekomme ich eigentlich schon schlechte laune. Was das betrifft stehe ich hier in Hong Kong wohl plötzlich vor dem grössten Dilemma überhaupt.

Jackie Chan mit seinen Freunden

Mein Plan war eigentlich eine typische Sportart der Locals hier auszuprobieren. Das ist aber einfacher gesagt als getan. Im Reiseführer stand, dass es ein Muss ist, einmal Thai Chi im Morgengraün am Wasser auszuprobieren. Nachdem ich aber am ersten Tag 30 Minuten zu früh bei Otto Int. auf der Matte stand und noch Zeit hatte in den nahe gelegenen kleinen Park zu schaün, bin ich davon nicht mehr so überzeugt. Für die Sportart muss ich wohl noch 50 Jahre älter sein als jetzt: Hunderte von Chinesen im Rentenalter in Gruppen von 5 bis 50 oder noch mehr betrieben dort diese Sportart, die aussieht als hätte man Jackie Chan (nur halt mit graün Haaren) auf Zeitlupe gestellt. Als ich meine Arbeitskollegen darauf ansprach wurde mir das auch lachend bestätigt.

Kung Fu?

Also damit schonmal Fehlanzeige. Nächster Plan: Traditioneller chinesischer Kampfsport. Ich suche mir einfach einen Verein, trete ein und lerne drei Monate Täkwondo oder Wing Chun. Ich schrieb an eine nahegelegene Kampfsportschule eine Email und schon kam die Ernüchterung: ca. 80 EUR für vier Trainingseinheiten. Dafür kann ich mir die Goldkarte im Elixia besorgen… schade, aber das nächste war dann schon viel Besser: ca. 100 EUR für ganze zwei Trainingseinheiten im Monat und für nur 400 EUR kann ich so oft zum Training kommen, wie ich möchte. Eigentlich ein unschlagbares Angebot…

Machen Chinesen keinen Sport?

Meine Arbeitskollegen können mir leider auch keine Tipps geben. Die wenigsten machen Sport. Mein sportlichster Arbeitskollege trifft sich ca. einmal pro Woche mit Freunden zum Basketball spielen.

Mal was ganz anderes: Pumpen im Fitnessstudio

Also doch ganz langweilig wieder ins Fitnessstudio hier? Schon stosse ich auf ein super Angebot: HK$ 300 pro Monat (ca. 30EUR) in einem riesigen modernen Fitnessstudio. Höchstens ein kleines Problem: Man muss für 36 Monate unterschreiben… also bleibe ich doch länger? Ansonsten ist es doppelt so teür… Das einzige wohl günstige Fitnessstudio ist oben auf dem Bild zu sehen. Das hat mein Mitbewohner im Fischerdorf „Tai O“ entdeckt.

Tja, und jetzt? Slalom Lauf durch millionen von Chinesen? Überlebenstraining beim Radfahren auf der Strasse? Ich kann ja noch nicht mal Liegestützen in meinem Zimmer machen. Fraün-Liegestütze würden zwar von der Länge passen, aber wenn die Ellenbogen nach aussen gehen, stosse ich rechts und links an Schrank und Bett.

Na ja, also werde ich wohl wahrscheinlich die 60 EUR pro Monat hinblättern müssen, auch wenn ich eigentlich nur eine Hantelbank und Hanteln brauche. Und zum Joggen dann wohl mal mit dem Bus in den Park, auch wenn der eher suboptimal zum Joggen sein soll.

Live aus Hongkong…

Ein paar Stunden im Flieger nach Istanbul, schlappe 8-9 Stunden auf dem Flughafen chillen, nochmal knappe 10 Stunden das Entertainment System von Turkish Airlines durchforsten und schon sitzt man am Flughafen in Hongkong. Ähnlich also wie ein kurzer Trip über die Grenze nach Dänemark. Nach knapp 26 Stunden war ich schon bei meiner Wohnung.

Mein erster Eindruck von Hongkong kam sehr plötzlich…

Flughafen Hongkong

Flughafen Hongkong

…denn die Regenwolken hingen so tief, dass der Boden erst ca. 20 Meter vor dem Aufsetzen des Fliegers auftauchte. Mit dem Boden tauchte auch das Meer direkt neben der Landebahn auf, aber dank der unsanften Landung des Pilotes konnten sich die Passagiere sicher sein, dass er das Flugzeug auf der Landebahn gelandet hatte und nicht versehentlich im Meer. Eine Stunde später stand ich mit Schrankkoffer in der einen und Reiseführer in der anderen Hand am Bus-Kreisel. Laut Reiseführer sollten die “Airbusses” die beste Wahl sein um vom Flughafen nach Hong Kong Island zu kommen, da die Haltestellen auch auf Englisch angesagt und angezeigt würden. Dem war leider nicht so. Also ab nach vorne zum Busfahrer und versuchen ihm klar zu machen an welcher Halstestelle ich aussteigen wollte. An der Aussprache haperte es wohl etwas, aber nach ca. 20 Versuchen verstand er dann doch, wo ich aussteigen wollte. Während der Fahrt bekam ich die ersten Eindrücke dieser unglaublichen Stadt: Riesige Brücken von einer Insel zur nächsten, welche paradisisch grün mit hellen Sandstränden aussahen wie Urlaubsinseln und gleichzeitig mit riesigen Hochhäusern bebaut waren, die wohl jeden europäischen Strandurlauber abgeschreckt hätten.

Ich bezog mein Zimmer auf einer Baustelle

Von der Bushaltestelle zur Wohnung zu finden war einfach und die Strasse erkannte ich dann dank Google Street View auch sofort wieder. Auch das Haus war dann schnell gefunden. Etwas was sehr typisch für Hongkong zu sein scheint trifft auch auf das Haus zu in dem ich wohne: Von aussen sah das Haus auf Strassenebene sehr schön, sogar fast ein wenig nobel aus. Lässt man den Blick dann nach oben wandern, bemittleidet man die Leute, die in dem Gabäude wohnen müssen. Tja, ich gehöre zu diesen bemitleidenswerten Leuten. Von innen wirkte es aber gepflegt und sauber. Es gibt sogar eine Art Portier, der hinter der vergitterten Eingangstür noch zusätzlich aufpasst, dass keine ungebetenen Gäste uns besuchen kommen.

Meine Wohnung liegt im 15. Stock. Als ich zur Tür hereinkam, welche auch doppelt durch eine zusätzliche Gittertür gesichert ist, stand ich erstmal auf einer Baustelle. Die Vermieter waren gerade dabei eine Induktions-Herdplatte einzubaün. Fotos von der Wohnung mache ich nochmal bei Gelegenheit.  Hier erstmal die Bilder vom Vermieter.
Allerdings muss man sagen, dass in Wirklichkeit besonders das Wohnzimmer sehr viel kleiner wirkt, als auf den Bildern. Die Zimmer sind auch nach typischer Hongkonger-Art absolut minimalistisch ausgelegt. Ich konnte zwischen zwei Zimmern wählen und entschied mich für das, wo mein Koffer gerade so zum Auspacken zwischen Schrank und Bett passte. In dem anderen Zimmer war das nicht der Fall…….

Eine Bootsparty gibt es nicht nur auf Gran Canaria

Hongkong Skyline bei Nacht

Hongkong Skyline bei Nacht

Meine Mitbewohnerin hatte schon am ersten Abend für mich vorgesorgt. Direkt nachdem ich die Wohnung betreten hatte, kam die Frage: “Also ich gehe gleich auf eine Boots-Geburtstagsparty von einer Freundin, hast du auch Lust?” – “Klar, gerne! Wann geht’s denn los?” – “In 45 Minuten…” Also schnell der Vermieterin die Miete und Kaution in die Hand gedrückt, ab unter die Dusche und schon war ich wieder auf der Strasse.

Besser als mit der folgenden Bootsparty kann ein Einstand wirklich nicht sein. Auf einem Boot, dass in etwa die Grösse einer Hamburger Hafenbarkasse hatte, schipperten und feierten wir durch den grossen Hongkonger Hafen. In alle Richtungen war die grossartige leuchtende Hongkonger Skyline zu sehen. Mit von der Partie waren Deutsche, Belgier, Franzosen, Japaner, Kanadier… ein bunter Haufen von Menschen, die von ein paar Monaten bis zu ein paar Jahren in Hongkong ihr Gluck versuchen.

Über den Wolken…

Im Anschluss ging es noch auf den Hongkonger Kiez: Lan Kwai Fong. Das Higlight hier war ein Club, bei dem die Türsteher direkt vor den Fahrstuhltüren standen. Die Fahrstühle brachten uns dann in einen Club auf der Spitze eines Wolkenkratzers. Eine Lounge auf dem Dach gab es natürlich auch, aber es war noch etwas zu kalt um sich dort lange aufzuhalten. Eins ist aber auch hier wie in Deutschland: Nach dem Feiern geht man nicht ohne einen Abstecher zu McDonalds ins Bett.